Was ist Verhaltenstherapie?

Sagt eine Frau zur anderen: "Sie machen eine Verhaltenstherapie? Dafür sind Sie aber ganz schön gut gelaunt! - Ich habe gehört, man wird in der Verhaltenstherapie abgerichtet wie ein Hund!"

Ja, das stimmt: man wird in der Verhaltenstherapie wirklich gut gelaunt! Abgerichtet wie ein Hund? - Diese Behauptung stammt wohl eher noch aus der Schreckenskiste der Gegenargumente, die in der Entwicklungsgeschichte der Psychotherapie, als sich Psychoanalyse und Verhaltenstherapie noch scheinbar unversöhnlich gegenüberstanden, manchmal geöffnet wurden. Sozusagen also aus "grauer Vorzeit".

Aber: Sie wirkt ausgezeichnet, sogar bei Menschen, die nicht gerne viel reden - wie auch bei Menschen, die soviel über ihre Angelegenheiten reden oder sie sogar zerreden, dass sie überhaupt bis zum Neu-Handeln gar nicht kommen. Sie wirkt sogar bei Pessimisten - gesetzt den Fall, sie sind zu einigen Experimenten bereit.

Jetzt wird es ein wenig trocken - dafür aber sehr informativ:

Die Verhaltenstherapie baut auf den Methoden und Erkenntnissen der experimentellen Psychologie auf, insbesondere auf der lernpsychologischen und der sozialpsychologischen Forschung.

Wir Verhaltenstherapeuten gehen also davon aus, dass die meisten Verhaltensweisen nicht angeboren sind, sondern im Laufe des Lebens erlernt werden. Dies gilt sowohl für "positive" Gewohnheiten und Verhaltensweisen im Denken, Fühlen und Handeln als auch für "negative", uns selbst (und andere) belastende Gewohnheiten.

Zu Beginn einer Verhaltenstherapie machen wir zusammen mit Ihnen, dem Klienten, eine sogenannte "Verhaltensanalyse". Wir arbeiten die behandlungsbedürftigen Probleme und Belastungen heraus.

Hier geht es dann ganz konkret darum, zu erkennen, in welchen Situationen das problematische Verhalten (z.B. Weinen, Weglaufen) ausgelöst wird und welche gedanklichen, gefühlsmässigen und körperlichen Reaktionen dabei auftreten, welche kompensierenden Verhaltensweisen daraus resultieren, wie die Umwelt darauf reagiert, und welche kurzfristigen und langfristigen "guten und schlechten" Konsequenzen sich für Sie und Ihre Umwelt daraus ergeben.

Wir eruieren auch, warum diese als störend erkannten Verhaltensweisen sich herausgebildet haben und warum sie über einen (meist) langen Zeitraum aufrecht erhalten werden. Im nächsten Schritt legen wir zusammen erwünschte und nötige Therapieziele fest und ich mache Ihnen Vorschläge, wie wir daran arbeiten können, dass Sie diese Ziele auch realistisch erreichen. Diese Vorschläge werden miteinender diskutiert, Ihren Wünschen angepasst - und schliesslich verabschiedet. Das heisst: wir machen dann einen Vertrag, dass Sie an diesen Zielen arbeiten werden und ich Sie unterstütze.

Im Verlauf der Therapie werde ich Sie dann unterstützen, Ihre "negativen" Verhaltensweisen zu "verlernen" und stattdessen neue und den Lebenssituationen angemessenere und positiv wirksamere Verhaltensweisen zu "erlernen".

Verhaltenstherapie schliesst die kognitive Therapie ein und ist seit mehr als 3 Jahrzehnten ein differenzierter, kombinierter Ansatz, der auf den beschreibbaren Ebenen des menschlichen Verhaltens ansetzt, die für ein Eingreifen "hinlänglich" sind:

Das heisst, wir arbeiten auf der gedanklichen Ebene (jeder Mensch hat täglich ca. 60 000 Gedanken, die ihm unkontrolliert durch den Sinn gehen), auf der Gefühlsebene, auf der körperlichen Ebene und auf der direkten Verhaltensebene.

Wir verwenden z.B. Angstbewältigungstechniken, trainieren die soziale Kompetenz für die verschiedenen Bereiche des Lebens (wenn wir uns neue Bereiche öffnen, müssen wir oftmals auch neue soziale Kompetenzen erwerben), wir verwenden Techniken, der abgestuften Reizkonfrontation, ebenso Desensibilisierungsverfahren, und z.B. die kognitive Therapie nach BECK bei Depressionen und vor allem die strategische Kurzzeittherapie SKT von SULZ; wir machen Verhaltensübungen im Rollenspiel mit späterer Umsetzung draussen im realen Alltag (denn nur, wenn man sich den ängstigenden, auslösenden Situationen auch aussetzt, kann Angst gelöscht werden).

Generell gesprochen kann die Verhaltenstherapie sowohl bei Kindern wie Erwachsenen, in einzelnen oder Gruppenverfahren verwendet werden; sie ist ein multimodaler Ansatz, für den es bis heute keine wirklichen Kontraindikationen gibt und der weltweit eingesetzt wird: Auch in China arbeiten unsere Kollegen mit Verhaltenstherapie.

Unsere vornehmlichsten Störungen wie Ängste, Phobien, Depression, Zwänge, Essstörungen, sexuelle Probleme sind gut behandelbar, aber auch die Begleitung bei schweren somatischen Erkrankungen so wie bei den sog. "psychosomatischen Störungen" verschafft vielen Klienten große Erleichterung.

Verhaltenstherapie wird ebenfalls eingesetzt in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen (hier ist vor allem der differenzierte Therapieansatz von SULZ eine große Hilfe) und auch in der begleitenden, unterstützenden Behandlung psychotischer Störungen.





ANGELIKA SCHLEGEL

Diplom Psychologin                                                                     
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