Was ist eigentlich EMDR?

Auf jeden Fall ist diese Bezeichnung unpraktisch und nicht verständlich - hat sich aber nun einmal in der Entwicklung dieses Verfahrens (oder Mittels) als Arbeitsbegriff festgesetzt. Und wegen der weltweiten Veröffentlichung, Forschung und Anwendung ist er nun praktisch nicht mehr zu ändern: es würde nur noch Verwirrung stiften, wenn man anfinge, die Literatur zu ändern.

EMDR ist ein Körpertherapieverfahren: Man arbeitet also nicht "vordergründig" über Beschreiben und Erzählen und Denken, um die "hintergründigen" Probleme eines Menschen zu behandeln, sondern auf körperlicher Ebene, wo man direkt ein Verarbeitungssystem des Körpers ansprechen kann - und kombiniert dies mit unterschiedlichen kognitiv-emotionalen Vorstellungen (wie etwa Imaginationen und Erinnerungen).

Manche Menschen, die EMDR kennengelernt haben, sagen dazu auch "Winke-Winke-Therapie", weil man manchmal die Augen des Klienten einem horizontal laufenden Licht folgen lässt, das links-rechts-links-rechts hin und her springt. Sollten Sie das also schon einmal gehört haben: dies ist auch EMDR.

Wenn Sie sich genauer über die dahinter stehenden Theorien, die Befunde aus Neurobiologie und Neuropsychologie etc. und die Ergebnisse der Forschungen bezüglich der Anwendungen informieren möchten, dann schauen Sie doch auf die Internetseite http://www.emdr.com  und http://www.emdr.de. Und wenn Sie die Behandlerlisten der anerkannten EMDR-Behandler/-innen suchen, dann schauen Sie nach unter http://www.emdria.de.

EMDR ist keine eigenständige Therapieform oder Beratungsform, sondern ein Mittel, das man in deren Rahmen als einen Baustein einsetzt.

Mit EMDR lassen sich seelische und geistige Blockierungen schnell und schmerzfrei oder schmerzarm lösen, derentwegen Erlebnisse, die Menschen hatten, nicht verarbeitet werden konnten und können.

In solchen Fällen werden bei Betroffenen im Gehirn Erinnerungs-Netzwerke von unverarbeiteten Informationen gebildet, die eine unangenehme Eigendynamik entwickeln und denjenigen plagen oder sogar quälen.

Leider können diese Erinnerungs-Netzwerke nicht von  allein mit den Erinnerungs-Netzwerken von verarbeiteten Informationen in Kontakt treten. So bestehen die beiden Arten nebeneinander her. Mittels EMDR kann man (unter anderem) diesen Kontakt herstellen und die Integration der Netzwerke anleiten.

Als Beispiele können Sie sich vorstellen: Ein selbsterfahrener oder beobachteter Autounfall, der tragische Verlust eines wichtigen Menschen, eine versiebte wichtige Prüfung, irgendeine schockierende Erfahrung, die ein Erwachsener, Jugendlicher oder ein Kind - aus welchen Gründen auch immer - nicht verarbeiten kann. Man spricht in diesen Fällen von Mikrotraumen bis hin zu Makrotraumen.

Bei vielen Menschen liegen solche Ergebnisse jahrelang zurück - oft bis in die Kindheit. Da sie blockiert sind, konnten sie nie verarbeitet werden und die Psyche, wir können auch besser sagen die "autonome" Psyche des Menschen (analog zum autonomen Nervensystem) musste als Kompensation Mechanismen entwickeln, um dies auszubalancieren.

Solche Mechanismen können unterschiedliche Ängste und Phobien sein, aber auch "Flash backs", sowie verschiedenste Körpersymptome bis hin zu sogenannten "psychosomatischen Erkrankungen", Depressionen usw.

Wir sind besonders glücklich, dass EMDR auch bei Kindern, sogar schon bei Kindern ab 2 Jahren, eingesetzt werden kann. Gerade bei ihnen wirkt es sehr schnell, wenn es gelingt, den treffenden Ansatzpunkt zu finden.

Im Bereich Beratung, Coaching und Psychotherapie sind wir sehr froh, mit EMDR die Dauer der nötigen Gesamt-Intervention deutlich senken zu können. Es spart unseren Patienten und Klienten Kummer, Belastung und Leid - sowie Geld und Zeit. Sie gewinnen sehr viel eher und intensiver positive Lebensqualität und Energie zurück. Und das macht freilich auch die Behandler und Berater zufrieden: Auch wir freuen uns, wenn unsere Klienten so schnell wie möglich aus ihrer "Gefangenschaft in den Symptomen" in eine positive Lebenseinstellung zurückfinden können.

Warum EMDR von den Krankenkassen noch nicht bezahlt werden kann, ist ganz einfach: Damit ein Behandlungsverfahren in den Leistungskatalog der Kassen übernommen werden kann, ist ein spezielles Prüfverfahren nötig. Dieses ist sinnvoller Weise aufwendig und auch zeitaufwendig: Zu genehmigende Verfahren müssen ihre Wirksamkeit nachweisen, auch und gerade die Wirksamkeit über die Zeit. Das allein dauert eine Reihe von Jahren; es benötigt spezielle Untersuchungen an Patienten einzelner Krankheitsgruppen in hinreichend grosser Zahl, das kostet beispielsweise auch sehr viel Geld - und man braucht deswegen eine Lobby, die das finanzierend unterstützt.

Wenn Sie wissen wollen, wie wir EMDR in Ihre Beratung oder Psychotherapie integrieren könnten, und ob dies sinnvoll ist, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.




ANGELIKA SCHLEGEL
Diplom Psychologin
                                                                     
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